Geschichte der CDU

cdu1„Die Christlich Demokratische Union will das öffentliche Leben im Dienst des deutschen Volkes und des deutschen Vaterlandes aus christlicher Verantwortung und nach dem christlichen Sittengesetz auf der Grundlage der persönlichen Freiheit demokratisch gestalten.“ (Aus dem Statut der CDU)

Nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges fanden sich in verschiedenen Städten des zerstörten Deutschland Männer und Frauen zusammen mit dem Ziel, eine neue demokratische Partei zu gründen, die auf den Wurzeln christlicher Überzeugungen beruht. Im Gegensatz zur Zentrumspartei sollten nicht nur katholische Christen, sondern auch Angehörige anderer Konfessionen in ihr vereint werden.

Vielerorts handelte es sich um Akteure, die vom Naziregime verfolgt worden waren. Als erster Vorsitzender wurde Andreas Hermes gewählt, der wegen Beteiligung am Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 in der Todeszelle gesessen hatte.

Untrennbar ist jedoch die Geschichte der CDU mit Konrad Adenauer verbunden. Der damalige Oberbürgermeister von Köln hatte sich 1933 mit Adolf Hitler angelegt, indem ihn nicht in Köln reden ließ. Die Absetzung folgte prompt und während der 13jährigen Diktatur der Nazis wurde Konrad Adenauer mehrfach verhaftet; erst die amerikanische Militärregierung nach Kriegsende setzte ihn wieder als Oberbürgermeister von Köln ein.

cdu2Bis 1949 hatten sich in allen Besatzungszonen Kreis- und Ortsverbände bzw. Arbeitsgemeinschaften gegründet, die sich im Freistaat Bayern Christlich Soziale Union nannten. Da die Besatzungsmächte eine deutschlandweite Partei noch nicht zuließen, bildeten sich die CDU zunächst in den jeweiligen Besatzungszonen, um zu den Wahlen zum ersten Deutschen Bundestag am 14. August 1949 antreten zu können. Mit einem Ergebnis von 31 % fuhr die CDU ihren ersten Wahlsieg ein. Sie lag damit vor der SPD, die 29 % erzielte. Gemeinsam mit der FDP und der Deutschen Partei bildeten sie eine Koalition, in deren Ergebnis der damals bereits 73jährige Konrad Adenauer nur mit einer Stimme Mehrheit zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt wurde.

1950 wurde Konrad Adenauer Bundesvorsitzender einer sich nun auch auf Bundesebene zusammen geschlossenen Partei.

Nach den sog. „Düsseldorfer Leitsätzen“ begann die Politik des Wirtschaftswunders der 50er Jahre, die nicht nur von Adenauer, sondern auch seinem Wirtschaftsminister Ludwig Erhard geprägt wurde. Diese ersten Erfolge der Nachkriegsjahre brachten weitere Wahlsiege bei Bundestagswahlen 1953 und 1957, wobei letztere sogar die absolute Mehrheit sicherte.

1963 trat Adenauer zugunsten Ludwig Erhards zurück. 1966 einigten sich CDU und SPD, unter der Kanzlerschaft von Kurt Georg Kiesinger als erste Große Koalition die Geschicke der Bundesrepublik Deutschland zu leiten.

1969 musste die CDU/CSU erstmalig in die Opposition; SPD und FDP regierten bis 1982 unter den Bundeskanzlern Willy Brand und Helmut Schmidt.

Erst 1982 gelang es dem damaligen Fraktionsvorsitzenden im Deutschen Bundestag, Dr. Helmut Kohl, durch ein konstruktives Misstrauensvotum Bundeskanzler zu werden. Bei vorgezogenen Neuwahlen 1983 wurde die CDU mit 48,8 % wieder stärkste Fraktion und bildete wiederum mit der FDP eine Koalitionsregierung.

Als 1989 im Osten Deutschlands eine nie dagewesene Protestbewegung das SED-Regime und die Mauer zum Einsturz brachte, war es Helmut Kohl, der in atemberaubender Geschwindigkeit die Einheit Deutschlands anstrebte. Er hatte es nicht nur geschafft, durch eine Wirtschafts- und Währungsunion die Grundlagen für ein Zusammengehen der beiden deutschen Staaten zu legen, sondern auch mit den Besatzungsmächten den 2 plus 4 Vertrag auszuhandeln und damit die Basis für die Einigung Europas.

cdu3Die Vereinigung mit der CDU im Osten fand am 2. Oktober 1990 auf dem Hamburger Parteitag statt, einen Tag vor der gesamtdeutschen Einheit. Die Allianz aus CDU, DSU und DA war bei den ersten und einzigen freien Wahlen zur Volkskammer am 18. März 1990 mit dem Ziel angetreten, die beiden deutschen Staaten so schnell wie möglich zu vereinigen! Durch einen überzeugenden Wahlsieg hatte damit dieses Bündnis einen eindeutigen Wählerauftrag erhalten.

Nach der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 fanden im Dezember 1990 erste gesamtdeutsche Wahlen statt. Bei diesem errungenen Sieg konnte sich Helmut Kohl als „Kanzler der Einheit“ feiern lassen. Wiederum mit der FDP erreichte Kohl 1994 eine Regierungsmehrheit, die jedoch 1998 an die SPD unter Gerhard Schröder fiel. Nun wurde Deutschland erstmalig von einer rot-grünen Mehrheit regiert.

2002 schaffte es der CSU-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber nicht, auch die Mehrheit der Stimmen im Osten und Norden Deutschlands zu erreichen, so dass sich weitere Jahre in der Opposition anschlossen.

Manche nennen das, was danach kam, die wirkliche Wiedervereinigung: Die vorgezogenen Neuwahlen 2005 sicherten nicht nur die erste Bundeskanzlerin. Angela Merkel war im Osten Deutschlands aufgewachsen. Die Pfarrerstochter und Doktorin für Physik bildete mit der SPD eine Große Koalition.

Seit den Wahlen zum Deutschen Bundestag 2009 wird Angela Merkels Mandat von CDU und FDP getragen.

Bildquelle: www.bilder.cdu.de 

Copyright © 2016 • Andreas Schramm • Fliederweg 5 • 09669 Frankenberg • Mobil: 0172/80 24 57 3